| Sieben hohe Pässe |
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| Geschrieben von Doris Burk | |
| Tuesday, 12. June 2007 | |
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Unsere ersten sieben hohen Pässe auf dem Dach der Welt haben wir überquert. Jeder hielt eine besondere Überraschung für uns bereit. Unser erster Pass war gleichzeitig mit 5013 m unser höchster Pass. Wir hatten sonniges Wetter und einen herrlichen Blick über das Dach der Welt. Danach folgten 4000 m hohe Pässe. Jeder Pass empfing uns mit einer bunten Pracht von Gebetsfahnen.
Immer wenn wir sie von weitem erblickten, wussten wir, nun haben wir es bald geschafft. Unser bisher schwerster Pass war gerade 4600 m hoch, aber 72 Haarnadelkurven, teilweise mit fingertiefem Staub mussten durchfahren bzw. auch durchschoben werden.
Danach sahen wir aus, als hätten wir in einer Mehlmüllerei gearbeitet. Wir waren von unten bis oben mit Staub besät. Völlig müde und kaputt stellten wir unser Zelt an einem Gebirgsbach in 4000 m Höhe auf und wuschen uns, unsere Sachen und unsere Räder im Bach. Am nächsten Morgen war mein Geburtstag und der Tag hielt neben Schnee und Sonnenschein auch Regen für uns bereit. Für die vielen Glückwünsche möchte ich mich ganz herzlich bedanken - es war ein unvergesslicher Geburtstag in luftiger Höhe mit freundlichen Tibetern und herrlicher Landschaft. Müde vom langen Internetlesen und Feiern starteten wir erst spät zu unserem zweiten 5000 m hohen Pass. Eigentlich wollten wir unterhalb übernachten. Wir wussten ja nicht, dass wir so gut drauf waren, dass wir den Pass dann doch noch am selben Tag erreichten. Es war fast 21.00 Uhr und da wir gut akklimatisiert waren schlug Stefan vor, gleich in 5008 m Höhe unser Zelt aufzuschlagen. Wir beide wussten natürlich, dass es in dieser Höhe schnell zu einem Wetterumschlag kommen konnte und so hatten die Gebetsfahnen am nächsten Morgen dicke weiße Schneemützen bekommen.
Nun bauten wir das Zelt im leichten Schneesturm ab und packten unsere Sachen und rollten bei eisigem Wind den verschlammten Weg hinab.
Weit kamen wir nicht, denn wir waren im Nu durchgefroren. Nach 6 km sahen wir ein Bauarbeiter-Häuschen und so schoben wir unsere Räder in den Hof. Wir wurden von lachenden Chinesen empfangen und gleich in einen halbwegs warmen Raum gewunken. Wir bekamen sofort den Platz am Ofen zugewiesen und eh wir uns versahen hatten wir jeder eine Schüssel Reis und Stäbchen in der Hand. Dazu gab es leckeres Gemüse mit Speck und Pilzen. Wieder war es keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit, dass wir aufgenommen wurden und uns warmes Essen gereicht wurde. Das wir uns sprachlich nicht verständigen konnten spielte dabei keine Rolle. Immer wieder staunten wir über diese Freundlichkeit in fernen Ländern. Aufgewärmt bedankten wir uns und rollten weiter den Berg hinab immer nach dem Motto so schnell wie möglich in tiefere Lagen zu kommen, wo es dann endlich nur regnet. Noch einmal mussten wir uns an einem tibetischen Ofen aufwärmen, bevor wir uns aufmachten und unseren nächsten Pass bezwungen, aber dass wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Wir wunderten uns natürlich schon, dass es zwar wie auf der Karte den Bach entlangging, wir uns aber höhenmäßig von ihm immer mehr entfernten. An Zelten war hier nicht zu denken. Steinschlag und Erdrutsche, gerade bei Regenwetter waren vorprogrammiert. So schoben wir mit den letzten Kräften die Räder ins Ungewisse, bis wir endlich die uns erlösenden Gebetsfahnen sichteten. Nun trieb uns der Gedanke an warmes und leckeres Essen noch 27 km die Schotterpiste hinunter ins Dorf, wo wir im trockenen Übernachten konnten und noch eine herrliche chinesischen Mahlzeit bekamen, der Tag war gerettet. Der siebte Pass, fast 4500 m hielt eine besondere Überraschung bereit. Als wir die bunten Gebetsfahnen nach 36 km Schotterpiste bergauf erreichten, überquerte mit uns eine Yakherde den Pass. Wir unterhielten uns mit den Hirten. Und nun passierte etwas ganz Besonderes. Ein Junge schenkte mir seine buddhistische Gebetskette, die er um den Hals trug. Ich war gerührt und wollte das Geschenk nicht annehmen, aber mehrmaliges deuten, dass ich sie mir in die Jacke stecken sollte, konnten mich nun nicht mehr zurückhalten. Ich bedankte mich mit großer Ehrfurcht. Wir verabschiedeten uns und dachten nun rollen wir den Berg hinab. Das taten wir auch, aber nur ein ganz kurzes Stück, um dann unseren achten Pass mit 4300 m zu erreichen, der war gar nicht in unserer Karte und da es eher ein Doppelpass an diesem Tag war, zählten wir ihn nicht als richtigen Pass mit. Da die Sonne schon fast unterging rollten wir wieder mit eiskalten Händen und in einer Schlammpiste die letzten 12 km mit 10 km/h den Berg hinab. Wir erreichten eine Stadt mit Internet und beschlossen hier einen halben Tag zu bleiben. Es gibt wieder eine Reihe neue Bilder aus Tibet im Fotoalbum.
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| Letzte Aktualisierung ( Monday, 17. September 2007 ) |
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