| Alles Gute zum neuen Jahr! |
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| Geschrieben von Stefan Möller | |
| Sunday, 31. December 2006 | |
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Weil es ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis war, noch ein paar Eindruecke von mir zur Uebernachtung im Armeezelt. Waehrend wir unser Essen kochten konnten wir beobachten, wie die naechtliche Streife, zwei Pickups, eines mit einem gewaltigen aufmontierten Maschinengewehr, aufbrach. Spaet abends wechselten wir wegen des Sturms in das Armeezelt. Der Eingang war noch mal extra mit einer Plastikfolie abgedichtet damit die feine Sand nicht eindringen konnte. Trotz des unheimlichen Heulens des Windes, des Flatterns der Planen und dem duennen Sandfilm, der sich ueber die Sachen legte, haben wir ausgezeichnet geschlafen.
Bald kamen die ersten Soldaten, brachten Tee, Brot und Kaese und wollten sich mit uns unterhalten. Naja es war keiner dabei, der ausreichend Englisch sprach und so haben wir uns wieder mit Zeichen und Farsibrocken verstaendigt. Hin und wieder haben wir uns zur Toilette durchgekaempft wobei einem ordentlich der Sand um die Ohren flog. Draussen war ein dichter Nebel, soviel Sand war in der Luft. Einmal erschien der Kolonell und brachte einen Geistlichen mit. Wir hatten schon gemerkt, dass der Kolonell ziemlich konservativ eingestellt war. Unter anderem hat er mehrfach seine Verehrung fuer Khomeni gezeigt, indem er seine Abbildung auf einem Geldschein kuesste. Nun ging es wieder um den Islam und wir haben wohlwollendes Nicken bekommen als wir unsere Kenntnisse uber den Islam darboten (Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten, die fuenf Plichten des Islam etc.). Irgendwann kam dann der Kolonell noch mal ganz alleine und wollte mal wieder etwas ueber unsere Finanzen wissen. In solchen Fragen sind wir ja immer sehr schwer von Begriff. Er zeigte uns dann seine Wunden am Bein, die aus dem Iran-Irak-Krieg stammten und schimpfte verbittert auf die Amerikaner und wir waren doch froh, als er uns wieder alleine liess. Abends, es war schon dunkel und wir hatten uns hingelegt, kamen ein paar Soldaten, die ganz aufgeregt waren, denn sie wollten verbotenerweise ein Foto mit uns machen, wovon der Kolonell aber nichts erfahren durfte. Sie krabbelten schnell alle ins Zelt und machten schnell ein Bild aber dann kamen noch weitere und es wurde schnell noch eines und noch eines gemacht und dann wollte noch jeder mal einzeln mit uns drauf - wir konnten vor lachen nicht mehr. Das Zelt hat bestimmt 8 mal geplitzt. Am naechsten Morgen blies zwar der Wind noch aber die Luft war klar und wir entschlossen uns wieder aufzubrechen - versorgt von den Soldaten mit Brot und Kaese als Reiseproviant.
Unterwegs haben wir noch einmal, diesmal vor einer Polizeistation gezeltet. Am naechsten Morgen wurden wir dann die letzte Etappe bis Zahedan eskortiert, was wegen unsere lausigen Geschwindigkeit fuer unsere Begleiter eine Geduldsprobe war. Immerhin fuhren wir durch mehrere Zustaendigkeitsgebiete und so wurde die Eskorte zweimal abgeloest. ![]() Manche Schilder provozieren - No Photo In Zahedan wurden wir dann von einem Polizeimotorad bis zum Hotel gebracht. Dieses lag direkt am Bazar und wir tauchten ein in ein Menschegewimmel, wie wir es bisher selten erlebt hatten. Sofort bildete sich eine Traube um uns und die zwei Polizisten versuchten durch Geschrei zu neugierige Leute fernzuhalten. Das Hotel war voll, so dass wir zu einem in einer ruhigeren Gegend gelegenen Hotel gebracht wurden. Ueber die Begleitung waren wir sehr dankbar. Hier haben wir heute in einer Waschmaschine, die eher einer Tonne glich unsere Waesche gewaschen immer mit der Befuerchtung, unsere Waesche wuerde in kleine Stuecke zerrissen. Heute Abend ist Silvester und wir haben schon ein paar Wunderkerzen besorgt. Wir werden es uns noch einmal mit Sally und John gemuetlich machen und das Jahr ausklingen lassen.
Gleichzeitig heisst es Abschied zu nehmen vom Iran. Ziemlich genau 2 Monate haben wir nun hier verbracht. Es war eine schoene Zeit, wir haben es sehr genossen. Ziemlich viele unserer Vorstellungen mussten wir gewaltig revidieren ueber das Land. Wir haben uns hier sicher gefuehlt (bis auf Beluchistan hier an der Grenze zu Afghanistan) und es war ein schoenes und vor allem entspanntes Reisen. Besonders die Gastfreundschaft der Iraner war ueberwaeltigend, soetwas hatten wir noch nicht erlebt. Bleibt zu hoffen, dass eine friedliche Loesung fuer den schwehlenden Atomkonflikt gefunden wird und es auch zu einer friedlichen Demokratisierung der Regierung hier kommt. Als Reiseland koennen wir es auf jeden Fall uneingeschraenkt empfehlen. Alles Gute zum neuen Jahr! |
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| Letzte Aktualisierung ( Monday, 1. January 2007 ) |
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