| Auf dem Dach der Welt |
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| Geschrieben von Doris Burk | |
| Tuesday, 22. May 2007 | |
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Gebetsmuehlen, Pilgerstrom und 8000er
Da es fuer Radfahrer verboten ist von Kathmandu nach Lhasa zu radeln, haben wir beschlossen mit einer gefuehrten Jeeptour durch unseren ersten Teil Tibets zu fahren. Nach 2 Tagen hatten wir das Dach der Welt erreicht. Wir hatten fantastisches Wetter und einen herrlichen Blick auf den Mt. Everest.
Uns beeindruckten die typisch tibetischen Doerfer, an denen wir sehr oft vorbeifuhren. Pferdekarren kamen uns entgegen und die Felder wurden mit Dsu's, eine Kreuzung aus Yak und Rind, beackert.
Der Himmel war blau und die Luft klar. Zweimal ueberfuhren wir Paesse ueber 5000 m Hoehe. Am Pass flatterten tausende Gebetsfahnen im Wind und verbreiteten so eine angenehm ruhige Atmosphaere. Mittags erreichten wir Shigatse - Sitz des Panchen Lama.
Mit der Gruppe gemeinsam besichtigten wir die Klosteranlage, in der frueher ueber 4000 Moenche lebten, heute sollen es um die 600 sein. Die Touristen staunten ueber die alte tibetische Architektur und besonders ueber die riesige 26 m hohe Buddhastatue. Pilgerer kamen von ueberall her und trugen oft ihre typische Kleidung. Die tibetischen Maenner haben ihre langen Haare zum Zopf gebunden und tragen Ohrschmuck aus Korallen und Tuerkis. Sie alle bringen Yakbutter fuer die Butterlampen und oft zusaetzlich Geldscheine als Opfergabe mit. Der Russ der Butterlampen, dass Fett, der ranzige Geruch und der Duft der vielen Menschen, die oft von weit her kamen, liessen die Kloester wie vor Hunderten von Jahren erscheinen. Das Wasser in den goldenen Schalen, als Opfergabe, wird auch von Ratten getrunken. Wir beobachten eine, wie sie immer wieder schnell sich versteckte und dann hecktisch 1-2 Schluck vom heiligen Wasser nahm.
Am Abend begaben wir uns mit unzaehligen Pilgerern auf Pilgertour um das Kloster herum. Im Uhrzeigersinn liefen wir im Menschenstrom vielleicht 2 Stunden an vielen Gebetsmuehlen vorbei und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Da waren die freundlichen Tibeter, die uns anlachten und eine alte Frau musste mich unbedingt anfassen und meine hellen Haende beruehren und bestaunen, die eigentlich auf dieser Hoehe, wir waren ja fast 4000 m hoch, doch schon recht braun waren, dachte ich. Touristen sahen wir keine aber Unmengen an Frauen, die ihre kleinen Kinder auf den Ruecken aufgeschnallt trugen, Kinder, aeltere Ehepaare und Maenner. Mit grosser Hingabe drehten sie die Gebetsmuehlen oder hatten zusaetzlich noch kleine in der Hand. Wir schwammen im Pilgerstrom mit. Besonders beeindruckend fanden wir 4 Maenner, die sich immer wieder in den Dreck warfen und so die Klosteranlage mit groesster Demut umrundeten. Am Abend spielten wir noch mit tibetischen Jungs und 2 Deutschen Fussball.
Besonders hier merkte man schnell die Hoehe, aber wir alle hatten grossen Spass dabei. In den Doerfern die wir sahen, lebte die tibetische Kultur weiter. In den Staedten sah man Tibeter mit ihrer traditionellen Kleidung und einige Moenche, in den Klostern schien die Zeit stehen geblieben. Dennoch sah man besonders in den Grosstaedten den maechtigen Einfluss der Chinesen. Es gab wieder Supermaerkte und Asphaltstrassen. Bis zu den olympischen Spielen in Peking 2008 soll die Strasse von Kathmandu nach Lhasa und von Lhasa nach China vollstaendig asphaltiert sein. Wir wuenschen den Tibetern, dass sie ihre Kultur und ihre Religion behalten, dennoch ist und wird der Fortschritt in Tibet immer mehr Einzug halten. Wir wurden bisher immer freundlich empfangen. Die Chinesen und Tibeter lachten uns oft zu. Und im chinesischen Restaurant schluerften wir unsere Nudelsuppe mit Staebchen. Morgen werden wir Lhasa erreichen und sind gespannt auf die ehemals "Verbotene Stadt".
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| Letzte Aktualisierung ( Thursday, 24. May 2007 ) |
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