| Der Himmel weint |
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| Geschrieben von Doris Burk | |
| Saturday, 2. June 2007 | |
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Es ist 9.00 Uhr. Nach unserem Fruehstueck (Reis und Kaffee) sitzen wir im Zelt und es regnet und regnet, so wie schon die Tage zuvor. Wir sind im Tal der Traenen angekommen, wie Stefan es taeglich ausdrueckt. Vor uns liegen noch einige 4000 m hohe Paesse und ein ueber 5000 m hoher Pass ohne Asphaltstrasse. In den letzten 7 Tagen haben wir uns ueber 600 km von Lhasa Richtung China entfernt. Trotz Regen, hoher Paesse, Gegenwind, ein Stueck Schotterpiste, Schlammweg und einiger platter Reifen sind wir gut vorangekommen.
Tibet haben wir lieb gewonnen. Oft winken uns die anfangs eher zurueckhaltenden Tibeter freundlich zu und lachen. Einmal wurden wir von einer Frau zum Tee eingeladen. Sie erklaerte uns, dass wir, wenn wir zureuckkommen, unbedingt bei ihr uebernachten sollen. Als wir ein Abschiedsfoto schossen, wollte sie uns spontan ihren Fotoapparat schenken. Dieses Geschenk konnten und wollten wir nicht annehmen. Danach zeigte sie uns noch ihr buddhistisches Zimmer. Das die Tibeter ein sehr glaeubiges Volk sind, ist uns schon oefters aufgefallen.
Auf unserem Weg kamen uns immer wieder Pilgerer zu Fuss entgegen, die nach Lhasa unterwegs waren. Da oft lange menschenleeren Strassenabschnitte ueberwunden werden muessen, ziehen die Pilgerer vollgepackte Wagen hinter sich her. Muede und kaputt sehen sie aus, koennen sich kaum mehr auf den Beinen halten, aber wenn sie uns sehen und wir ihnen zu winken, dann lachen sie zurueck und winken. Die Leistung die sie vollbringen ist bemerkenswert und bewundernswert.
Neben der tibetischen Bevoelkerung ist die Landschaft auf dem Dach der Welt gigantisch. Gleich 2 Tage nach dem Start in Lhasa ueberfuhren wir unseren bisher hoechsten Pass von 5013 m. Auf dem letzten Anstieg mussten wir immer wieder pausieren, denn die Luft wurde immer knapper. Kopfschmerzen hatten wir keine, denn wir waren schon sehr gut akklimatisiert.
Sonnenschein, ein herrlicher Blick auf die Berge, Nomadenzelte und Yakherden belohnten unsere Strapazen.Und danach rollten wir bergab - nicht nur einige Kilometer, nein zwei Tage. Es war atemberaubend.
Die Kroenung waren die ruhigen Naechte im Zelt. Nur in einer Nacht mussten wir wegen eines starken Sturmes auf ueber 4000 m Hoehe noch einmal umziehen. Oft kamen uns nur wenige Autos auf der Strasse entgegen und nur wenige Doerfer durchquerten wir. Leider sind auch neue, chinesische Staedte auf dem Dach der Welt entstanden, z.B. Bayi. Riesige, nette Wohnblocks mit Parkanlagen, Strassenkneipen, Supermaerkte, Kinos, Stadien, Schulen mit Sportanlagen, breite Strassen und breite Buergersteige mit Blumenrabatten, moderne Internetcafe's ... entstehen in einem Tempo, dass einem der Atem stehn bleibt. Wuesste man nicht, dass man in Tibet ist, wuerde man denken, man waere im Paradies, so kommt einen die gut durchorganisierte Stadt mit herrlichem Blick auf die Berge vor. Was bleibt: Das Urspruengliche, das Originelle geht immer mehr verloren und ein Einheitsstandard verdraengt immer schneller eine sich ueber Tausende Jahre haltende Kultur.
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| Letzte Aktualisierung ( Saturday, 2. June 2007 ) |
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