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Der Truckfahrer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Stefan Möller   
Thursday, 9. November 2006

Da wir die Strecke bis Tehran nicht ganz schaffen, haben wir neulich dankend das Angebot eines freundlichen Truckfahrers angenommen, uns ein Stueck mitzunehmen. Nachdem er erst meinte, wir sollten uns hintem am Truck festhalten, was zwar geht aber bei den schweren Raedern eine Tortur fuer den Arm ist, haben wir das Gepaeck abgeschnallt. Die Raeder wurden auf den Truck gebunden und das Gepaeckt in Seitenfaechern verstaut.

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Die erste Ueberraschung kam als wir die Schuhe ausziehen sollten, denn das Fahrerhaus war mit Teppisch ausgelegt, wie das hier in jedem Haus ueblich ist. Wir machten es uns bequem, Doris sahs auf der Liege und ich auf dem Beifahrersitz. Die zweite Ueberraschung kam als der Fahrer einen Gaskocher anmachte, welcher in der Mittelkonsole stand, und uns einen Tee reichte. Zudem hatte er einen kleinen Fernseher, sehr komfortabel aber sicherlich nicht der Sicherheit zutraeglich. Aber es kam noch wilder. Der gute Mann machte sich erst mal einen Draht auf dem Kocher heiss und fing dann an, einen Stoff mit dem heissen Draht zu verdampfen und den Dampf geschickt mit einem Roehrchen zu inhalieren - wohlgemerkt, alles beim Fahren. Um welche Droge es sich da handelte, wissen wir nicht aber das es nicht legal war, merkten wir auch, als er vor einer grossen Ortschaft sowohl Kocher als auch Droge verschwinden lies.

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Im Iran gibt es regelmaessig Polizeikontrollen. Eine seiner ersten Fragen war natuerlich, ob wir verheiratet waren, was wir hier immer mit Nachdruck bejahen. Auch die Aufforderung an Doris, doch ihr Tuch abzulegen haben wir abgeschlagen. Nachdem wir uns versucht haben ein wenig zu unterhalten, was mangels gemeinsammer Sprache aber schwierig war, fing er an, Leute anzurufen. Hatte er einen an der Leitung dann reichte er nach kurzer Zeit das Telefon zu Doris, die dann ein paar freundliche Worte mit dem Unbekannten in Englisch austauschte. Irgendwann zeigte er uns eine Packung Potenzpillen und fragte ob wir sowas nehmen. Mit eindeutigen Zeichen wollte er dann wissen, wie das denn so mit dem Sex unterwegs ist. Wir haben so getan als wenn wir nichts verstanden. Uns ging langsam ein Licht auf, dass seine Telefonfreunde auch Truckfahrer sind, denen er vorgeprahlt hat, dass er gerade ein deutsches Maedchen aufgelesen hat. Irgendwie waren wir jetzt froh, wenn bald der Abzweig kommt und wir wieder aussteigen konnten. Es regnete draussen und war ungemuetlich.

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Naja es passierte nichts weiter und nachdem wir mehrfach das Angebot abgelehnt hatten, doch noch ein Stueck weiter mitzufahren bzw. im Fahrerhaus zu uebernachten sind wir ausgestiegen. Waehrend ich auf dem Truck die Fahrraeder abgebunden habe, hat der Fahrer die Gelegenheit genutzt Doris noch mal klar zu machen, dass jetzt die beste Gelegenheit waere mit ihm in die Kabine auf die Liege zu springen. Als wir alle Sachen wieder beisammen hatten waren wir ziemlich froh als wir nur noch die Ruecklichter des Trucks sahen. Gefaehrlich war die Geschichte aber nicht, nur eben ziemlich unangenehm. Als verheiratetes Paar kann man sicherlich auch hier gut trampen, als alleinreisende Frau wuerde ich hier aber lieber nicht unterwegs sein.

Es gibt auch neue Bilder im Fotoalbum!

Letzte Aktualisierung ( Friday, 10. November 2006 )
 
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