| Die Zuckerfabrik |
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| Geschrieben von Stefan Möller | |
| Saturday, 3. March 2007 | |
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Auf der Suche nach einem ruhigen Platz zum Schlafen hielten wir bei einem Guest House an, welches zu einer Zuckerfabrik gehoerte und, da hinter einem Tor gelegen, eine ruhige Nacht versprach. Ein Gast des Hauses, ein Polizist und guter Freund des Direktors, bot uns gleich Tee und Zimmer an. Ersteres nahmen wir gerne an aber wir bestanden darauf, im Garten zu zelten - das war uns bei diesem schoenen Wetter lieber zumal wir oft das Zelt sowieso im Zimmer als Mueckenschutz aufbauten. Schon bald kamen wieder neugierige Leute aber in angenehmer Zahl und ein kleiner Junge ueberraschte uns mit sehr gutem Englisch und einem sehr reifen Auftreten (es erstaunt uns hier immer wieder, dass man sich mit manchen Kindern wie mit Erwachsenen unterhalten kann). Spaeter belehrte uns ein Neuankoemmling, dass dies Staatsgelaende sei und wir nur mit Genehmigung des Direktors hier bleiben koennten und er muesse sich diese erst einholen. Auch fein dachten wir und waren uns sicher, dass das kein Problem sein wuerde - die Inder sind sehr gastfreundlich.
Als wir dann mit einem Hindustan Ambassador - einem kultigen indischen Auto abgeholt wurden und zum Abendessen zum Direktor eingeladen wurden, waren wir doch sehr ueberrascht (was hatte uns nur geritten, die 500 m zu Fuss zu gehen und die Chance, in diesem Auto mitzufahren, abzulehnen). Der Direktor war noch beschaeftigt und bot uns an, die Zuckerfabrik zu besichtigen - klar, wann kann man das schon mal. Die staatliche Fabrik spukt 12 Tonnen Zucker pro Tag aus, laeuft aber nur 5 Monate im Jahr (24 h) weil Zuckerrohr hier nur in dieser Zeit geerntet wird. Das geheckselte und ausgepresste Zuckerrohr wird gleich als Brennstoff verwendet und so wird der Strom fuer die Fabrik selbst erzeugt. Ein weiteres Abfallprodukt wird als Stoff fuer Duenger verwendet.
Wir stiefelten duch die Gaenge und Gerueste und konnten alles genau anschauen, allein die Erklaerungen verstanden wir nur bruchstueckhaft wegen des Laerms und des indischen Slangs. Uebrigens arbeiten 700 Leute hier, teils Festangestellte (die einzigen, die eine Rente bekommen), teils Season-Arbeitskraefte und teils Tageloehner.
Danach vergnuegten wir uns an einem Hometrainer waehrend der Direktor mit seinem Freund dem Polizisten Badminton spielte und die Angestellten in der Kueche am Abendbrot werkelten.
Das war ausgezeichnet und der Herr Direktor schwaermte uns vor, dass all die leckeren Fruechte aus dem Garten hinter dem Haus stammen - trotzdem hatte er eine ganz schoene Murmel und Diabetes obendrein. Wir genossen die Gesellschaft bis spaet in die Nacht und krochen dann in unser Zelt, um puenktlich zum Fruehstueck wieder mit Sack und Pack zu erscheinen.
Bei der Gelegenheit bekamen wir eine Fuehrung durch den Garten und durften Moehren zupfen und gleich probieren. Dann kam der schwierige Teil dieser Einladung, wir sollten lernen, wie man Zuckerrohr auskatscht. Zuerst muss man mit den Zaehnen die Schale abziehen um an das Mark zu kommen. Hat man dann noch Zaehne uebrig, kann man aus dem fasrigen Mark die Suesse auskatschen um dann die Fasern auszuprusten - eine harte Aufgabe und wir waren nicht sehr erfolgreich. Damit wir es weiter ueben konnten, bekamen wir 2 Pack Zuckerrohr mit auf den Weg. Die waren mir allerdings zu schwer und wir drueckten sie alsbald einer armen Familie am Strassenrand in die Haende.
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| Letzte Aktualisierung ( Sunday, 4. March 2007 ) |
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