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Quer durch die Wüste... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Doris Burk   
Sunday, 29. July 2007

... wenigstens ein Stück haben wir es geschafft.

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Wir starteten nach der Grenzüberquerung von China in die Mongolei am späten Abend mit so viel Wasserflaschen wie noch nie in die Wüste. Schlagartig, nachdem wir die mongolische Grenzstadt verließen lagen vor uns Sandpistenstraßen. Wir konnten uns eine aussuchen, alle sollten nach Ulaan Baatar führen. Vor uns lagen über 120 km Wüste. Nirgendwo sollte es auf dem Abschnitt Wasser geben, kein Asphalt, kein Straßenschild, kein Highwayverkehr. Langsam musste man das Vertrauen an die neue Landschaft gewinnen. Wir mussten die nächste Stadt erreichen, bevor unsere duzende Wasserflaschen leer waren - es durfte nichts dazwischenkommen. Am Abend des Starts wurde es bald kühl und wir spulten die 20 km Wellblech- Sand- und Dreckpiste ohne weitere Anstrengung ab.  Wir erlebten herrliche, blutrote Sonnenuntergänge und sahen am Abend vor unserem Zelt in eine unendliche Weite in jede Himmelsrichtung. Wir sahen nix, keine Jurte, kein Auto, kein Pferd und kein Kamel - ganz allein in der Wüste.

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Noch hatten wir genug Wasser, aber auch unstillbaren Durst und genossen es. Die nächsten Tage wurden hart und härter. Oft mussten wir die Räder durch den tiefen Sand schieben. Mit jeden mm kämpften wir im Sand und konnten dann wieder streckenweise fahren.

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Obwohl 5.00 Uhr der Wecker klingelte, prasselte uns bereits 8.00 Uhr die Sonne auf den Kopf. Wir tranken und tranken - und wurden immer durstiger. Die Mittagshitze war unerträglich. Niemand sahen wir um diese Zeit. Auch die Jeeps, so schien es uns, machten sich erst spät Abends auf den Weg. Wir ruhten uns im Schatten unserer Zeltplane Stunden aus, bis die Sonne so halbwegs erträglich wurde und starteten oft erst nach 17.30 Uhr bis spät Abends.

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Die Nächte waren die schönsten - kühl und einsam. Als wir unsere erste Wüstenstadt erreichten, war die Freude groß. Wir füllten alle unsere Flaschen mit kühlem Wasser auf, aßen Mittag und tranken mongolischen Milchtee. Nach 220 km wollten wir in Sajnschand mit dem Zug weiter nach Ulaan Baatar. Aber erst mussten wir uns noch einige Kilometer durch die Wüste wühlen. Wir kämpften mit Durst, Sonne und Sandpiste. Nur 3 Wünsche hatten wir: Wasser - Schatten - Schotter. Aber immer wieder gab es Höhepunkte. Eine Kamelherde, einsame Jurten, freie Pferde, Vöglein, die für einen tanzten und eine Stadt, die einmal aus dem nichts auftauchte. Die Einsamkeit, die Weite und Ruhe, die Natur pur, das Lebensfeindliche und die Sonnenuntergänge der Wüste Gobi - jeden Kilometer erkämpft aus eigener Kraft - werden wir wohl nie vergessen.

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Nach einer erlebnisreichen Zugfahrt sind wir gestern in Ulaan Baatar angekommen. Wieder einmal war die Mongolei so nah - ein Betrunkener in unserem Abteil löste eine Schlägerei aus, kurz danach erschien die Polizei. Für einige Mongolen, so scheint es, ist es schwierig Unstimmigkeiten ohne Schlägerei zu klären. Trotzdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, was dir ein Mongole verspricht, das hält er auch. Die unendliche Weite und Natur, das Reiten und der Umgang mit Herden und Wölfen machen das Land zum wilden Westen mit anderen Gesetzen. Gerade deshalb ist es wegen der Wildheit so liebenswert. Durch Zufall trafen wir bekannte Radler und gemeinsam suchten wir ein Hostel. Auch nachts kam es in unserem Zimmer wieder zu einem Zwischenfall. Ein Mongole klaute Geld mit einem langen Haken aus einem Portmonee von einem Fenster aus, welches vergittert war. 5.00 Uhr am frühen Morgen leuchtete er in unser Zimmer, wo fünf Menschen schliefen. Hier sieht man deutlich, dass die Hemmschwelle durch Wodka stark sinkt. Trotzdem werden wir heute tiefer in die Mongolei eintauchen. Unsere Sachen sind bereits gepackt. Otko, eine mongolische Freundin, die ich vor einem Jahr in der Wildnis kennen lernte, lud uns in ihre Jurte ein. Diese Einladung konnten wir nicht ablehnen und wir freuen uns bald in der traditionellen, alten mongolischen Jurte übernachten zu dürfen - etwas entfernt vom Tourismus.

Am 03.08.07 starten wir mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Heimat, nach Moskau. Ende August wollen wir Dresden erreichen. 

 

Letzte Aktualisierung ( Monday, 17. September 2007 )
 
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