| Touristenziel Nr. 1 |
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| Geschrieben von Doris Burk | |
| Sunday, 4. March 2007 | |
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Das Taj Mahal
Unser Ziel war es nie gewesen. Ziel vieler Touristen, ein Muss fuer fast jede Reisegruppe. Manche fliegen nach Indien, um ihren grossen Wunsch, das Taj Mahal gesehen zu haben, zu erfuellen. Wir haben lange hin und her ueberlegt, ob wir es uns ueberhaupt anschauen wollen. Da es sich ergab, dass es auf unserer Strecke lag, wollten wir es uns letztendlich doch anschauen. Aber der Preis, von den Eintrittsgeldern leben wir normalerweise 5 Tage, wenn wir zelten. Nun hatte ich mich entschieden, dass ich es mir ansehen wollte. Als wir von unserem Hoteldach auf das Taj Mahal blickten, da dachte ich mir, nein unbedingt musst du es nicht von innen gesehen haben und entschied mich dagegen. Die Menschen und der ganze Trubel von aussen waren viel interessanter fuer uns. Nun entschloss sich Stefan dafuer es sich doch anzusehen, wenn wir nun schon mal hier waren und recht hatte er. So zahlten wir den Eintritt, liessen uns von der Security durchchecken und nach langem Theater durfte auch Pitti versteckt in der Tasche mit hinein. Es war ein furchtbarer Rummel. So viele Leute wollten nur eins sehen: Das Taj Mahal. Fotos mussten schnell geschossen werden, danach wurde man weggepfiffen mit einer Trillerpfeife. Nun wurde es fuer uns interessant. Auch das Taj Mahal schauten wir uns an, denn es ist beachtlich mit der Hilfe von 1000 Elefanten entstand jenes 8. Weltwunder mit 28 Edelstein- und Halbedelsteineinarbeitungen. Aber vielmehr noch interessierten uns die vielen Menschenmengen. Touristen sahen wir auch eine Menge, aber auch viele Inderinnen in ihren bunten Saris. Mit dem weissem Marmor des Taj Mahals bot das einen wunderschoenen Kontrast. Wir staunten viel und ich verknippste gar 2 ganze Diafilme. Ein Hoehepunkt fuer uns waren neben dem Taj Mahal besonders die zutraulichen Streifenhoernchen. Haben wir auf unserer Radtour durch Indien immer wieder versucht, diese putzigen Kerlchen vor die Linse zu bringen, gelang es uns hier mit Leichtigkeit. Die sonst so scheuen Tiere haben sich an den Menschenauflauf gewoehnt und schnupperten sogar an Stefans Hand. So war fuer uns das Taj Mahal doch interessanter, als wir vorher annahmen.
Warum moegen wir den Touristentrubel eigentlich nicht? Durch das langsame Vorankommen auf dem Rad ist es uns nicht moeglich in kurzer Zeit die Hauptattraktionen fuer Reisegruppen abzugrasen. Wir fahren langsam durch kleine Doerfer, winken den Kindern, pausieren in Gegenden, wo nie Reisegruppen halt machen. Das macht fuer uns aber die Sache so interessant. Wir sehen die Inder, wie sie weitab vom Touristentrubel leben. Sie staunen, sind unheimlich neugierig, aber gespraechig sind sie erst mal weniger. Wir wurden eingeladen, erlebten in einer Dorffamilie das Leben hautnah und die Freude und den Stolz der Menschen uns bewirten zu duerfen. In Touristenzielen erlebten wir die Inder anders. Sie versuchten staendig kleine Taj Mahals zu verkaufen und fuer ein Kobrafoto verlangen sie viel Geld. Den Kobras wird sogar manchmal das Maul zugenaeht und so sind sie fuer die Touristen ungefaehrlich. Inder holen mit Floetengesaengen die Kobra aus dem Korb (Kobras reagieren auf Bewegung) und verlangen dafuer eine Menge Geld, was sich zum Beispiel Rikschafahrer mit harter Arbeit an einem Tag verdienen muessen. Indien hinter den Touristenfassaden haben wir ganz anders erlebt und kennengelernt. Wir wurden zum Essen eingeladen, zum Fruehstueck, durften in verschiedenen Grundstuecken zelten oder bekamen Zimmer gestellt, wurden durch ein Dorf und durch die Felder gefuehrt, wurden zum Tee eingeladen und bekamen in einer Zuckerfabrik die Herstellung des Zuckers erklaert. Wir spuerten die herzliche Gastfreundschaft der Inder hier besonders, fernab vom Taj Mahal, irgendwo in Indien und so lieben wir Indien und so kennen wir Indien. Heute ist Holi, das Fruehlingsfest in Indien. Ueberall sieht man Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mit buntgemalten Gesichtern und farbbeschmierter Kleidung. Wird man erwischt, bekommt man eine Farbladung ab. Die Touristen werden dabei etwas verschont, aber heute Morgen bekam auch Stefan einen roten Strich auf die Stirn. Gestern bekamen wir beide in einem Restaurant an der Strasse einen dezenten roten Punkt. Es ist das Fest der Farben und es wird ausgelassen gefeiert. Es wird getrommelt, getrunken, gelacht und Farbe versprueht. Der Abwasserkanal ist schon ganz rosa und ueberall ertoent bis spaet in die Nacht Musik.
Kommentar von Klaus Linde: Kommentar von Thomas: |
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| Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 3. July 2007 ) |
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