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Unvergesslich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Doris Burk   
Monday, 6. November 2006

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Basar von Tabriz
 

In Tabriz erlebten wir etwas ganz Besonderes. Noch nicht die Innenstadt erreichend, wurden wir wieder mal von 2 netten Iranern angehalten. Sie fragten uns, ob wir Probleme mit den Raedern haetten, fuer Touristen waere der Service frei und sie reichten uns eine Visitenkarte auf Farsi und Englisch herrueber. Wir hatten keine Probleme an den Raedern, aber suchten ein Hostel. Sie fuhren mit dem Auto voran und wir hinterher. Da das erste Hostel, was sie uns zeigten, viel zu teuer fuer uns war, bot Hamet uns an, bei seiner Familie zu uebernachten.

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Gastfamilie
 

Sein Vater, Arzt und Direktor eines Hospitals, und seine Mutter lieben German People und sie wuerden sich sehr freuen. Beide besuchten Kiel fuer 2 Monate. Ja, wir willigten ein und waren sehr gespannt. Das die Iraner sehr gastfreundlich sind, hatten wir gehoert, aber was wir nun erlebten war ueberwaelltigend und kann man nicht in Worte fassen. Wir bekamen eine Wohnung fuer uns zugeteilt, uns wurde Obst, Datteln, Tee und Schokolade vor dem Mittagessen gereicht.

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14.00 Uhr gab es Mittag und der Vater kam von Arbeit nach Hause (es war Freitag und der einzige freie Tag in der Woche). Wir bekamen leckere Speisen aufgetischt, durften danach Mails checken und danach fuhr uns Hamet mit dem Auto in die Stadt. Museum und Moschee waren schon geschlossen und so erlebten wir etwas ganz anderes. Hamet zeigte uns seine Englisch-Schule, wir bekamen Tee und besuchten eine Maedchenklasse fuer 10 min.

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Sehr interessiert hoerten die Maedchen uns zu, als wir von unserer Kultuer erzaehlten und stellten uns viele Fragen. Danach trafen wir Freunde von Hamet und so schlenderten 3 Maedchen lachend und sich gut verstehend unter 3 Kopftuechern und 3 Jungs ueber Politik diskutierend durch die Strasse.

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Nima,Cousine,Doris,Schmetterling,Hamid,Nima(II)

Es waren viele Leute unterwegs - aber keinesfalls nur Maenner. Ein wenig geflirtet wurde auch - waren doch solche Gelegenheiten fuer iranische Frauen nicht ganz so oft. Wir tranken leckere Eisschokolade und in diesem Viertel war wohl ich die Einzigste, die kein Haar unter ihrem Kopftuch hervorlugen lies. Aber es wurde mehr als akzeptiert, es war sogar Anerkennung dabei. Klar wollten die Maedchen und auch Jungs wissen, wie ich mich unter so einem Tuch fuehlte. Solange ich mich in dieser Kultur bewegte, war es fuer mich eine Selbstverstaendlichkeit und kein Problem. So offen und frei wir durch die Strassen schlenderten, so schnell war auch Schluss damit fuer die beiden Maedchen, es war 21.30 Uhr und vor 22.00 Uhr mussten beide zu Hause sein. Die eine hiess uebersetzt Schmetterling (21 Jahre) und wohnte bei ihren Bruder und ihre Cousine (24 Jahre) wohnte bei ihren Eltern. Im Iran gibt es nicht, das man allein in einer Wohnung lebt. Ist man nicht verheiratet, wohnt man bei den Eltern, leben diese nicht mehr, bei einem Bruder oder Onkel. Schmetterling kam eigentlich aus Teheran und hatte oft Heimweh. So ein aufgeschlossenes und froehliches Maedchen sie war, mit den gleichen Liebesproblemen wie Teenager in Deutschland, so hatte sie es doch sicher oft nicht so einfach. Da sie ihre Schule beendet hatte, war sie oft allein zu Hause und fand das sehr langweilig. Auf der Rueckfahrt zum Elternhaus wurden wir noch zum Maisessen eingeladen. Das Abendessen war wieder eine Wucht - und extra fuer uns zubereitet, denn normalerweise isst diese Familie nur Obst zum Abendbrot.

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Nach jedem Essen bekamen wir Obst, auch Nuesse und leckere Trockenfruechte vom Feinsten (u.a. Maulbeeren) und zum Tee oder Kaffeezucker mit Safran, dem teuersten Gewuerz der Welt, gereicht. Wir wurden verwoehnt. Die Eltern waren sichtlich von unseren Islamkenntnissen begeistert und da alle gutes Englisch sprachen, konnten wir viel erzaehlen und diskutieren. Man merkte, sie freuten sich sehr uns als Gaeste zu haben und auch wir waren von ihrer Gastfreundschaft begeistert. So lernten wir von einer uns erst so fremden Kultur viel kennen. Der Abschied viel uns allen schwer. Gerne haette die Familie uns noch ein wenig behalten, doch wir mussten weiter - Teheran wartet auf uns. Dieser Tag wird uns sehr in Erinnerung bleiben und er steht beispiellos fuer die grosse und herzliche Gastfreundschaft der Iraner in ihrem Land.

Letzte Aktualisierung ( Monday, 6. November 2006 )
 
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