| Wildes Kurdistan und ... |
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| Geschrieben von Doris Burk | |
| Sunday, 22. October 2006 | |
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... Bergbesteigung ganz anderer Art
Wir sitzen in einer kleinen Bergstadt mitten in Kurdistan im Internetcafe. Stefan "bewacht" die Raeder, waehrend ich den Artikel bei schoener angenehmer kurdischer Musik im Hintergrund schreibe. Die Raeder allein zu lassen, haben wir aufgegeben, zu viele neugierige Blicke von Kindern, teilweise wollen sie auch einiges ausprobieren und sind begeistert. Aber alle sind friedlich und die Erwachsenen scheuchen die Kinder auch regelmaessig weg. Wir wollten die Goetterstatuen aus Stein auf dem Nemrut Berg besichtigen und wollten dies mit unseren Raedern tun. Normalerweise ist der Berg Nemrut ein Berg fuer Wanderer, Touristen und Archeologen. Einige 4000 er und 5000 er habe ich bereits bestiegen, aber der Berg Nemrut, mit seinen gerade nur 2150 m, zaehlt zweifelslos zu den schwerst bezwungenen Bergen fuer mich. Wir schoben die Berge hinauf, fuhren bei Regen und Wind und kalten Haenden wieder hinunter und schoben erneut, insgesamt mindestens 15 km, bis wir endlich die Statuen erblickten, Fotos machten und nun die schwer beladenen Raeder auf der anderen Seite den Schotterweg mit Stufen wieder hinunterschoben bis zur gepflasterten Strasse. Nun ging es bei schoenstem Sonnenschein vorbei an verlassenen, kurdischen Bergdoerfern bis ins Tal, wo wir von einem Kurden fuer eine Uebernachtung eingeladen wurden. Nun ging es immer weiter im wilden Kurdistan voran. Die Kurden sind nett und freundlich und so bezahlte ein Kurde unsere Faehrueberfahrt, ein anderer lud uns zum Melone essen ein und zum Uebernachten. Mehrmals bekamen wir das Angebot bei Familien zu Uebernachten oder zu Abend zu essen. Aber auch mussten wir uns in den ersten typischen, kurdischen Staedten erst an die neue orientalische uns noch fremde Kultur gewoehnen. Immer mehr ist fast nur die Maennerwelt auf der Strasse present, ich werde immer weniger angesprochen und gegruesst und auch die Maenner tragen hier Kopftuecher und weite Pumphosen, ein Anblick an den wir uns erst gewoehnen mussten. Spaeter folgten Staedte, gepraegt von tuerkischen/kurdischen Kaempfen vor 15 Jahren. Manchmal traurige, schuechterne Kinderaugen, Armut, Hoffnungslosigkeit bei einigen Maennern und ueberall Militaer. Dieses ist in jedem kurdischen Dorf bereits present und auch an diesen Anblick mussten wir uns erst gewoehnen. Fuer uns die in Frieden grossgeworden sind ist der Anblick von vielem Militaer anfangs irrefuehrend. Im Strassengraben, hinter Sandsaecken liegen und stehen die Soldaten mit dem Gewehr in der Hand und den Finger am Abzug. Militaerautos mit Gewehren schussbereit aus der Dachlucke fuhren an uns vorbei. Aber zu uns sind sie freundlich, winken, rufen oder versuchen ein Gespraech mit uns zu fuehren. Wir haben uns an all das schnell gewoehnt und finden nun das wilde Kurdistan gar nicht so wild. Durch wunderschoene Landschaften sind wir geradelt und viele viele Kinder sind rufend und lachend hinter uns hergelaufen. Manchmal versuchen sie mit uns um die Wette zu radeln. Die Kinder sind oft unsere ersten Gespraechpartner, bevor die Erwachsenen uns ansprechen.
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| Letzte Aktualisierung ( Monday, 23. October 2006 ) |
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